Tomate (Wild-): 'Gelbe Würmchen' (Johannisbeertomate)
Beschreibung
Solanum pimpinellifolium 'Gelbe Würmchen'
Bisher gab es "nur" runde Wildtomaten, nun bringen neue Züchtungen mit lustigen Formen und besonderen Farben frischen Wind in diese Sortengruppe. Die 'Gelben Würmchen' produziert massenhaft gelbe, längliche uns vor allem superleckere Früchtchen, welche sich wunderbar naschen lassen. Bei der Entstehung dieser Sorte war sicher auch die Johannisbeertomate beteiligt, was sich an ihrem eleganten Pflanzenaufbau, den eher dünnen Stängeln, den kleineren Blättern, den winzigen Blümchen und dem etwas anderen Duft der Pflanzen zeigt. Dazu ist die Sorte wie viele mit Johannisbeertomaten-Genen sehr frohwüchsig, ein wahrer Massenträger und gut krautfäuletolerant. Sehr empfehlenswert!
Wildtomaten sind sehr robust und lassen sich auch problemlos im ungeschützten Freiland anbauen. Sie benötigen keinen regengeschützten Standort und trotzen der Krautfäule erstaunlich lange. Für mehr Ertrag können die Pflanzen auch gut zwei- bis dreitriebig gezogen werden. Dazu den ersten oder die ersten beiden Geiztriebe stehen lassen und erst dann mit dem ausgeizen beginnen. Aufbinden an einer Stütze ist empfehlenswert.
Ich bin zugegebenermassen grosser Fan jeglicher WiIdtomaten, da sie sich auch ohne Gewächshaus oder sonstigen Regenschutz anbauen lassen und somit vielen gewächshauslosen Leuten die Chance bieten, eigene Tomaten anzubauen. Dazu auch bestens geeignet für alle, die es leid sind, den sommerhindurch unzählige Töpfe mit Tomatenpflanzen zu giessen. Einfach ins Beet pflanzen und gut angiessen. Mehr Wasser bekommen die Pflanzen von mir den Sommer hindurch nicht. Sie sollen tief wurzeln und sich ihr eigenes Wasser suchen. So sind die Pflanzen dann auch optimal für trockene Sommermonate gewappnet. Natürlich können Wildtomaten auch in Töpfen angebaut werden, der Anbau im Freiland ist aber wesentlich unaufwändiger.
Mit der Anzucht kann mitte März begonnen werden. Tomaten sind sehr lichthungrige und wärmebedürftige Gewächse. Für die Anzucht ist also ein sehr heller Fensterplatz notwendig, da die Keimlinge bei Lichtmangel schnell vergeilen. Die Samen ca. 1-2 mm tief in Aussaaterde einsäen und um 20° mässig feucht galten. Sobald neben den Keimblättern auch die ersten richtigen Blätter sichtbar sind, kann pikiert werden. Beim Pikieren die Sämlinge möglichst tief vereinzeln, sodass nur noch ca. 0,5 cm vom Stielende und die Keimblätter sichtbar sind. Dieses Tieferlegen hilft den Keimlingen, am Haupttrieb neue Wurzeln (sogenannte Adventivwurzeln) zu bilden. Diese helfen der Pflanze die ganze Saison hindurch, sich mit zusätzlichem Wasser und Nährstoffen versorgen und bewirken ein rundum besseres Gedeihen. Nach den letzten Frösten können die Setzlinge dann abgehärtet und ausgepflanzt werden. Es lohnt sich, dazu eine stabile Warmwetterphase abzuwarten, da die Jungpflanzen bei kühlem Wetter gerne in eine Wachstumsstarre fallen. Beim Auspflanzen die Setzlinge ebenfalls wieder etwas tieferlegen, um erneut zusätzliches Wurzelwachstum anzuregen. Zu Saisonbeginn empfiehlt sich eine grosse Gabe Kompost oder Langzeitdünger.
Den Boden unter meinen Tomaten mulche ich gerne mit Rasenschnitt und unterpflanze sie mit Tagetes, Gurken, Melonen oder Basilikum. Durch die Abdeckung des Bodens fällt es den im Boden lauernden Sporen der Krautfäule schwerer auf die Tomatenblätter zu gelangen und sich dort einzunisten. Auch die generellen Vorteile von Mischkultur und die weniger schnelle Austrocknung des Bodens durch mulchen sind zu loben. Sobald die Pflanzen etwas grösser sind entferne ich gerne laufend ihre untersten, alten Blätter. Auch dies verbessert wieder die Luftzirkulation, beschleunigt das Abtrocknen der Blätter und beugt somit Krautfäule vor.
All diese Informationen sollen nur als Anhaltspunkte dienen und nicht abschrecken. Es gibt viele Möglichkeiten Tomaten anzubauen und ich möchte an dieser Stelle ermutigen, es doch einfach mal auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln :-)
Aussaatmethode: Voranzucht
Aussaatzeitpunkt: Mitte März
Optimale Keimtemperatur: um 20°C
Saattiefe: Samendick mit Erde abdecken
Auspflanzen: Nach den letzten Frösten (Gewächshaus bereits etwas früher)
Wuchshöhe: Mindestens 2 Meter
Standort: Möglichst sonnig
Lebensdauer: Einjährig
Besonderheiten: Sehr robuste Freilandsorte, welche haufenweise kleine, leckere, knackige Früchtchen produziert.
Packungsinhalt: Mindestens 20 Samen, für mindestens 12-15 Pflanzen
Platzbedarf: Aufgebunden: 4 Pflanzen pro Quadratmeter
Keimfähigkeit: 3-4 Jahre
Jegliches Saatgut immer trocken, dunkel, kühl und vor Schädlingen geschützt lagern!
